Mega-Deal: Facebook kauft WhatsApp

Es war die ganz große Überraschung am gestrigen Abend: Mark Zuckerberg gab in einem Posting bei Facebook bekannt, dass das soziale Netzwerk den Messenger-Dienst WhatsApp kauft. Für insgesamt 19 Milliarden Dollar ist die SMS-Alternative damit der teuerste Einkauf Zuckerbergs.

Klar, dass da zunächst einmal ein Raunen nicht nur durch die Tech-Welt geht. Heute ist die Übernahme von WhatsApp durch Facebook das zentrale Thema auf allen Kanälen, man kann sich dem kaum entziehen. Wie geht’s jetzt weiter mit WhatsApp? Diese Frage stellen sich natürlich vor allem die vielen Nutzer des Messengers.

Facebook_WhatsApp

Mark Zuckerberg hat beschwichtigt: Es bleibt alles, wie es ist. So zumindest ist der aktuelle Stand der Dinge. Die WhatsApp Mitarbeiter – rund 50 sind das – bleiben in ihren Räumlichkeiten in Mountain View, ein Umzug nach Menlo Park, wo sich der Firmensitz von Facebook befindet, ist nicht geplant.

Zuckerberg verspricht auch, dass WhatsApp weiterhin als eigenständiger Dienst geführt werden soll. Die Entwicklung soll sogar parallel zur Entwicklung des Facebook Messengers stattfinden, da die beiden Messenger unterschiedlich genutzt werden. So ist zumindest der momentane Stand. Ob dies auch in fünf Jahren so noch seine Gültigkeit hat, wird sich erst herausstellen müssen.

450 Millionen Nutzer hat WhatsApp derzeit – eine unglaubliche Zahl, aber immer noch wenig im Vergleich zu den 1,2 Milliarden Nutzern von Facebook. Doch WhatsApp soll es zusammen mit Facebook ermöglichen, die ganze Welt zu vernetzen, so Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Dabei könnten die beiden Dienste unterschiedlicher nicht sein.

Denn während es bei WhatsApp um die private Kommunikation zwischen zwei oder dank Gruppen-Chat-Funktion auch mehreren Menschen geht, steht bei Facebook alles, was man tut in der Öffentlichkeit und kann je nach Privatsphäre-Einstellungen auch von allen eingesehen werden. Doch vielleicht ist es genau das, was den Deal so interessant macht. Denn WhatsApp setzt bei dem an, was Facebook nicht ist (und auch gar nicht sein will!): beim Privaten.

Und während Facebook von den Daten der Nutzern lebt (Stichwort: Werbung), will man bei WhatsApp so wenig Daten des Nutzers wie möglich. Lediglich eine Telefon-Nummer ist zur Nutzung von WhatsApp nötig. Ins Visier der Datenschützer ist der Messenger trotzdem immer wieder geraten, und zwar wegen massiver Sicherheitslücken.

Das im Zusammenhang mit der Übernahme durch Facebook, wo die Sache mit dem Datenschutz auch nicht immer ganz so einfach ist, macht vielen Nutzern derzeit Sorgen. Freuen dürfen sich darüber vor allem die WhatsApp-Konkurrenten wie Viber, Line oder Snapchat. Denn sie dürften heute und in den kommenden Tagen jede Menge neuer Nutzer bekommen.

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